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Tränen aus Eis

Quick Overview

Die Suche nach den verlorenen Kindern

4.77 out of 5 based on 13 customer ratings
(13 Kundenrezensionen)

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Product Description

Oder das gestohlene Leben

TRÄNEN AUS EIS ist das bemerkenswerte Manuskript einer Frau, die nichts erfunden, sondern alles durchlebt hat, worüber sie schreibt. Das Interesse der Deutschen an den Aktivitäten des DDR-Regimes und dem damit verbundenen Schicksal betroffener Bürger wurde mit dem überaus erfolgreichen und inzwischen Oskar®-prämierten Kinofilm „Das Leben der Anderen“ deutlich.

Andere schockierende Machenschaften, wie Zwangsadoptionen in der DDR, um die in diesem Buch geht, sind jedoch immer noch ein relativ unbekanntes Thema. Erste Reaktionen von Menschen und Medien, die von diesem Thema erfahren, zeugen von großer Betroffenheit und dem Gedanken, dieses Thema an die Öffentlichkeit zu bringen. Im ersten der drei Teile schildert uns die dokumentarische Erzählung eine Milieustudie der DDR, die Eva, die Protagonistin des Buches in einer ambivalenten Kindheit erlebt.

Die idyllischen Momente im Haus der Großmutter bleiben nicht lange erhalten, hart ist der Alltag mit einer liebesunfähigen Mutter und ohne Vater. Kaum der Kindheit entwachsen, schliddert sie von einer ungeliebten Beziehung in die andere – unglückliche Partner- und Mutterschaften sind vorprogrammiert. Nach einer Reihe schwerer Schicksalsschläge und fingierter Anschuldigungen wird sie von den Behörden des Sorgerechts für ihre Kinder enthoben und verbüßt eine mehrjährige Haftstrafe. Die Jahre der Haft und die Adoption ihrer Kinder enden nach endlosen Qualen in einer Ausreise in den Westen.

Die Wahl der Eva Siebenherz – immer verkehrt?

Dort versucht sie „normale“ Männer- und Familienbeziehungen zu leben, stellt aber schnell fest, dass sie – traumatisiert und neurotisch – immer wieder dieselben Muster durchlebt. Ihre Männer sind gewalttätig und Alkoholiker, die Spirale dreht sich immer weiter ins Verderben. Als sie von einem ihrer Männer zur Prostitution gezwungen wird, eskaliert der jahrzehntelange Raubbau am eigenen Körper in einem Selbstmordversuch.

Am absoluten Tiefpunkt angekommen, erwartet ihr Leben dann aber eine Wendung. Der Bruder ihres Ehemanns wird zuerst zum Geliebten, dann zum Partner. Die Dinge scheinen besser zu gehen. Statt weiter ein kleinbürgerliches Leben zu führen, brechen sie mit Evas beiden jüngsten Kindern in einem Wohnwagen auf, um eine neue Heimat zu finden. Der letzte Teil handelt von der Aufarbeitung Evas mit den Schatten ihrer DDR- Vergangenheit. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrem tot geglaubten Vater und findet ihn und auch ihren vergessenen Halbbruder wieder. Schwierig gestalten sich jedoch die Versuche, den Frieden mit der Mutter zu machen und die beiden ältesten Kinder zu finden, die ihr einst in der DDR weggenommen worden waren. Die Recherche der eigenen persönlichen Katastrophe in der Vergangenheit bildet für den ganzen Roman einen ungewissen Ausgang und verleiht ihm dadurch eine durchgehende Spannung. Das Ende bleibt offen. Aus dieser dokumentarischen Erzählung spricht mit einer nicht zu verkennenden, persönlichen Stimme, die weit weg ist von den üblichen Ostzonen-Klischees. Hier wird die DDR nicht mystifiziert dargestellt, wir finden hier den wahrhaftigen Blick der Autodidaktin Eva, die ihre ganz persönliche Sichtweise in die Geschichte mit einbringt. Eine authentischere Perspektive kann es nicht geben. Es ist ihr Leben – nicht nur eine Geschichte über eine sozialistische Diktatur.

Auffallend ist auch eine grundtiefe Ehrlichkeit, die dem Leser vor lauter Offenheit beinahe weh tut. In ihrer lakonischen Erzählweise zeigt sich die „innere Milieustudie“ einer Geschundenen, einer Gedemütigten, einer Hörigen, einer zur Asozialen und kriminell Gemachten – einer Frau, die sich mit den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen will und der es letztlich gelingt, doch noch zu einer erfüllten und glücklichen Existenz zu gelangen. Das offene Ende ist wie das wahre Leben – später sieht es immer anders aus.

 

 

Leseprobe

Additional Information

Autor/en

Eva Siebenherz

Print-Ausgabe (extern)

als Taschenbuch bei externen Anbietern erhältlich

Seiten

310

Einzelausgabe (Ebook)

digitales Buch zum downloaden

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Ebooks zum Sofort-Download. Epub+PDF-Dateien. PDF`s sind mit Kopierschutz (Wasserzeichen) versehen. Ebook-Editionen mit Lizenzvergabe.

13 Bewertungen für Tränen aus Eis

  1. 5 von 5

    Neben all den Büchern die in diesen Sommer veröffentlicht wurden, ist das Buch “ Tränen aus Eis“, eines dieser Bücher was ich gelesen, nein verschlungen habe und das in wenigen Stunden. Ich möchte mich hiermit bei der Autorin Eva Siebenherz ganz ganz herzlich bedanken für das Leseexemplar.

    Ich glaub Menschen die das Buch lesen können nur zwischen Ungläubigkeit, und totaler Schockiertheit wählen, eine andere Wahl gibt es nicht

    Jene die im System der DDR lebten mit Ungläubigkeit, würde sonst zuviel des eigenen Lebens in Frage stellen müssen, die Leser außerhalb des DDRSystem mit Schockiertheit, wie ein Staat mit seinen eigenen Leuten umgehen kann. Damals als die Grenzen aufmachten, haben wir viele schockierende Berichte hören müssen, was den einen oder anderen passierte, aber nun schwarz auf weiß ein literarisches Werk in den Händen zu halten, jagt einen die Gänsehaut über den Rücken

    Eva wächst mitten im System der DDR bei ihrer Mutter auf, die sie mit aller Strenge erzieht. Die wechselnde Männerbekanntschaften ihrer Mutter lassen bald den Wunsch in Eva erwachen, man möge sie in einem Kinderheim unterbringen. Sie hat eine Abneigung gegen alle Organisationen, Vereine, den Staat und lässt keine Gelegenheit aus, dagegen zu rebellieren, was ihr immer wieder Probleme einbringt.

    Erwachsen, gerät sie immer wieder an schlagende Männer, wird ihrer Kinder beraubt und unter fadenscheinigen Anklagen viele Jahre inhaftiert und gefoltert.
    Aus dem Gefängnis draußen gerät sie erneut an die falschen Männer, wird weiter gequält, bis sie eines Tages den Schritt wagt, und entgegen aller Moralvorstellungen mit ihren Kindern und dem Bruder ihres Mannes, in ein anderes Land flüchtet. Wer nun glaubt, dass Leben wird sich nun zum besseren wenden, irrt. Immer wieder mit der Vergangenheit, dem fehlenden Vater, den geraubten Kindern, dem Staat konfrontiert, glaubt sie an manchen Tagen selbst nicht, dass es für sie ruhige Tage geben wird. Aber sie gibt nie auf, jedes weitere Loch in das sie fällt, lässt sie stärker aufstehen.
    Die Protagonisten sind lebend, nicht frei erfunden, so haben sie alle ihre Ecken und Kanten. Manche mag man auf Anhieb, andere mag man überhaupt nicht und einige möchte man zwischen die Finger kriegen. Alle Personen sind so lebensecht beschrieben, als würde man neben ihnen wohnen und sie kennen. Und das macht dieses Werk aus.

    Beim lesen von Tränen aus Eis, wusste ich oft nicht, ob ich trotz all der Tragik, die geschriebene Komik wahrnehmen und darüber lachen darf oder mit einem eisernen Blick dasitzen sollte. Tränen fanden den Weg ans Licht – ungefragt, und ab und an stockte der Atem. Es ist grauenvoll zu lesen, was Menschen in unserem heutigen Land erleben mussten.

    Tränen aus Eis, ein Erfahrungsbericht einer Frau die in der DDR aufwächst und das System bis lange nach dem Mauerfall zu spüren bekommt. Ein Erfahrungsbericht den sicher viele nicht hätten erscheinen lassen wollen. Und doch ist es ein eindrückliches Mahnmal einer Zeit,die Erinnerungen lebendig halten soll, damit sich Dinge nicht wiederholen.

    Eva Siebenherz lebt heute wieder verheiratet, mit Mann und den zwei jüngsten Kindern in Österreich und ich wünsche ihr das beste auf ihren weiteren Lebensweg.
    Eine starke Frau die ich sehr bewundere!

  2. 5 von 5

    Großartig, ich habe lange kein so ergreifendes Buch gelesen.
    Cosima Schaller

  3. 5 von 5

    Ein Füllhorn an Ereignissen!
    Es gibt Bücher die liest man und es gibt Bücher die frißt man. Dieses Buch habe ich nicht gelesen. Dieses Buch habe ich gefressen, ja buchstäblich aufgefressen. Der Kick ist der Inhalt, der Stoff, der ungeschnörkelt dem Fresser vorgeworfen wird. Der Satz „Vogel friß oder stirb“ bringt hier das Ergebnis, das man fett wird vom Fressen des Textes im Sinne eines geistigen Schaufeln von dramatischen Ereignissen. Der Fresser, der in den alten Bundesländern aufgewachsen ist, meint eventuell unrealem Horror aufgesessen zu sein, da er Erlebnisse und Ereignisse vorgesetzt bekommt, die jenseits seiner Vorstellungskraft liegen könnten.

    Diese Geschichten, diese Lebensbeschreibung aus einem abgesoffenem Land, der ehemaligen DDR, kann ich als ehemalgiger „Schwimmer“ in meinem Leben des „Real Existierenden Sozialismus“ in Bausch und Bogen bestätigen! Es war so und vieles war genau so schlimm oder manchmal noch viel schlimmer. Jeder Mensch der DDR, der nicht vorbehaltlos seine ureigenste Individualität den staatlichen Interessen untergeordnet hat, war ein Feind dieses Staates, die in der Allmacht des Führungsanspruchs der SED, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ begründet war. Wenn das erkannt wurde, hatte man nichts mehr zu lachen, dann konnte man nur noch weinen, oder konnte sich auch manchmal den Strick nehmen. Wenige, sehr wenige haben sich dem wiedersetzt. Danach, nach tiefsen Frust der Ereignisse im Westen angekommen, fiel die Protaginistin nicht vom Regen in die Traufe, nein sie fiel vom Regen in die Sch…e! Eva Siebenherz beschreibt trocken ohne viel literarisches Trallala im Erzählstil nach Perlenkettenmanier intensivste dramatische persönliche Ereignisse, bei denen sie mit Sicherheit nicht nur gefrorene Tränen los geworden ist. Hätte sie hier noch mit mehr Stimmungen, Dialogen und und weiterem Literaturbrimbamborium gearbeitet, wäre sie mit dem Text sicher in Klagenfurt gelandet und hätte schon mehrere Preise eingeheimst.

    Naja und aus dem paar Seiten wären sicher 600 Seiten geworden. Trotzdem, gegen die meiner unmaßgeblichen Meinung oft gequirlte Sch…e aus den Bestsellerlisten dieses Jahres, ist „Tränen aus Eis“ ein absoluter ereignisreicher literarischer Hammer für mich! Diesen Text nochmal mit einem ausgebufften Drehbuchautor aufsoften, damit es was multimediales in Bewegtbild und Ton zum Heulen und zum Lachen für 3-4 Stunden Drama-Film gibt, würde sicher zu dem Ereignis führen, daß das Buch nicht mehr bei einem kleinem Verlag herumwuselt, sondern bei Fischer oder DTV eine Nachauflage nach der anderen erzeugt! Nicht nur die allgemeinen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Ost und West und Heute sind hier in verschiedenen Extremformen bewegend beschrieben – nein auch mißlungene Partnerschaften in übelsten Konstellationen. Die Familie an sich in ihren Einzelelementen Ex, Mutter, Vater, Onkel, Kinder an sich bekommen auch ihr maßgebliches Fett weg. Jede beschriebene Person hat einen Rahmen, der stimmt. Sei es im Guten, sei es im Schlechten.

    Aber nicht nur die Teufel mit ihren wiederwärtigen Obzessionen sind beschrieben. Auch die Engelchen sind mit von der Partie. Nur, die wiegen wenig das „BÖSE“ auf. Es ist ein Drama! Ein Spitzen Drama! Zum Schluß schleppt es sich ein wenig mit der Fülle der Figuren. Das ist dann mehr was für Frauen, die die ganze Verwandschafts- und Beziehungsblase auseinanderhalten könnn. Mehr als zehn Nebenprotagonisten verkrafte ich nicht! Hier gibt es deutlich mehr als zehn! Na und ein fast ein Happyend gibt es auch. Ist es dann noch ein Drama? Lesen sie selbst!
    Richard hebstreit 21.07.2007

  4. 5 von 5

    Fesselnd und realitätsnah!
    Man kann, nein, man MUSS sich der Rezension von Herrn Richard Hebstreit nur anschließen. Besser kann man eine Rezension für dieses Werk nicht verfassen.

  5. 5 von 5

    „Sagt mir endlich, wo meine Kinder sind!“

    Autobiographie von Eva Siebenherz
    Kann ein authemtisches Buch ein Tabu brechen?
    24 Jahre hat sie gelitten, hat sie gekämpft. Hat versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen. 24 Jahre hat sie nach ihren Kindern gesucht und…
    Aus dem Buch spricht eine nicht zu verkennende persönliche Stimme. Sie ist authentisch, unbedingt um Wahrheit bemüht, scheut sich nicht um unbequeme Selbsterkenntnis. Die Erzählung hat zwei hauptsächliche Stärken, der Text speist sich aus interessanten Narrativen: Einer Milieustudie der untergegangenen DDR aus der Perspektive einer Zeugin, wie sie das Feld der deutschsprachigen Literatur bislang noch keine betreten hat.
    Das Projekt von Eva Siebenherz stellt einen autobiographischen Roman in Ich-Form vor. Die Ich-Figur heißt Eva. Die Erzählung spielt in Dresden (Sachsen) in der ehemaligen kommunistischen DDR und setzt mit Erinnerungen aus der Kindheit ein, idyllischen aus dem Haus der Großeltern, eher hässlichen aus einer von Beginn an vaterlosen Zeit in den Händen einer liebesunfähigen Mutter. Eva, seelisch verwahrlost, geht früh Beziehungen mit Männern ein und schlittert in frühe Ehen und Mutterschaften.
    Ihre Mutter und deren Lebensgefährte, der Eva auch missbraucht, spielen eine zwielichtige Rolle dabei, als staatliche Behörden der DDR den Vorwurf gegen Eva konstruieren, die eigenen kleinen Kinder misshandelt zu haben, was Eva in Verbindung mit einigen leichtsinnigen Verstößen gegen das System schließlich den Entzug des Sorgerechts für ihre Kinder und eine mehrjährige Haftstrafe einbringt.
    Der schwerste Schlag besteht aber darin, dass eines ihrer Kinder gegen Evas Willen und Einverständnis zur Adoption frei und das andere für Jahre in ein Kinderheim gegeben wird, sie verliert sie völlig aus den Augen. Der Transport ins Gefängnis und der Aufenthalt in der Haft gestalten sich als entsetzlicher Spießrutenlauf für die junge Frau, die immer wieder aufbegehrt, weil sie sich unschuldig fühlt und gegen schikanöse, demütigende und schlichtweg menschenunwürdige Haftbedingungen rebelliert, wozu auch Haftverschärfungen gegen diejenigen gehören, die Spitzeldienste verweigern.
    Die entsprechenden Abschnitte im Buch liefern eine schonungslose Darstellung der Diktatur und ihrer Mechanismen der lückenlosen Überwachung am authentischen Fall einer jungen Frau, die das System für asozial erklärt, kriminalisiert, alle Versuche, nach der Haft ein einigermaßen normales Leben zu führen, unterbindet und die das System schließlich nur unter weiteren Erpressungen und Schikanen in den Westen ausreisen lässt.
    Im letzten Drittel des Romans wird auch geschildert, wie Eva versucht, die Schatten ihrer DDR-Vergangenheit zu bannen. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrem tot geglaubten Vater und findet ihn und auch ihren vergessenen Halbbruder letzten Endes. Mühselig, schmerzhaft und im Ergebnis weniger eindeutig gestalten sich die Versuche, den Frieden mit der Mutter zu machen und die beiden ältesten Kinder wieder zu finden, die ihr einst in der DDR weg genommen worden waren. Die Recherche der eigenen persönlichen Katastrophe in der Vergangenheit bildet für den ganzen Roman eine Klammer und ihr ungewisses Ergebnis verleiht ihm eine durchgehende Spannung. Es spricht für den Roman, dass am Schluss einiges offen bleibt, neben Einsicht und Glück tritt die Wehmut über nie wieder gut zu machendes.
    C. Engel

  6. 4 von 5

    Absolut lesenswert
    Frau Siebenherz erzählt ihr Leben ungeschminkt – unplugged. Ihr Lebensweg gleicht einer Odyssee der Leiden. Ihr Schreibstil ist einfach und ohne Schnörkel. Das Buch beschreibt den Weg einer Frau, wie, so vermute ich, kein Einzelfall ist. Zwangsadoption in der damaligen DDR – ein Tabuthema, auch heute noch. Darüber hinaus immer wieder das „Talent“ zu besitzen, grundsätzlich dieselbe „Kategorie Mann“ auszuwählen. Theoretisch und psychologisch zwar erklärbar, denoch sehr schwierig den Teufelskreis zu durchbrechen. Es bedeutet Auseinandersetzung mit sich selbst und harte Arbeit. Das Leben ist und bleibt eben eines der Schwierigsten! Und ich finde, dass bringt Frau Siebenherz in ihrem Buch sehr gut rüber.
    Auf jeden Fall lesenswert! Lotte

  7. 5 von 5

    Sie ist nicht angepasst diese Eva Siebenherz und sie wird es auch später im Westen nicht sein.
    Aber die Härte mit der sie verfolgt und gepeinigt wird, ist beispiellos. Man glaubt es kaum, dass dergleichen mitten in Deutschland möglich war.
    Es liest sich wie eine Horrorvision.
    Spannend bis zur letzten Zeile. Lore

  8. 4 von 5

    Die Autorin Eva Siebenherz gibt in ihrer Biografie Einblick in ein Leben, das durch schreckliche Repressalien von Staatsseite fast zerbrochen wäre. Ich dachte beim Lesen immer wieder: Das darf doch nicht wahr sein – wie ahnungslos waren wir hier im Westen. Die Ost-West-Vergangenheitsbewältigung ist noch lange nicht abgeschlossen. Dieses Buch leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
    Vivien

  9. 5 von 5

    Dieses Buch ist eigentlich ein muß für jedes Bücherregal. Für die einen weil sie dasselbe erleben mußten und für die anderen um mal einen Einblick in die unschöne Vergangenheit der DDR zu haben. Geschrieben ist das Buch mit viel Gefühl und man kann sich in die Hauptperson Eva hineinversetzen und alles aus ihrer Sicht miterleben. von beginn ihrer Kindheit bis hin zum endlich verdienten Glück. Also alles in allem ein gelungenes Werk was unbedingt gelesen werden muß.

  10. 5 von 5

    Das Buch gibt eine schonungslose Darstellung der Diktatur und ihrer Mechanismen an einem authentischen Fall einer jungen Frau, die das System für asozial erklärt und kriminalisiert.
    Diese Krimininalisierung macht ein normales Leben nach der Haft unmöglich.
    Es ist eine Milieustudie der ehemaligen DDR aus der ganz persönlichen Sichtweise der Autorin und mit einer Sprache, die so emotionslos und doch zugleich so eindringlich ist, das man sie nie vergißt. Die Sprache und die literarischen Auseinandersetzungen aus der Sicht dieser Frau ist, meiner Meinung nach, bisher einzigartig.
    Die Autorin hat sich ihre Sätze nicht „schön stilisiert“ und literarisch zurecht gebogen. Eva Siebenherz hat Erfahrungen, die sie einfach so nieder geschrieben haben muß wie sie sie erlebt hat. Anders kann diese Art des Schreibens nicht interpretieren. Beim Lesen dieses Buches leidet man mit Eva. Durch die Einfachheit der Worte und dieser teils monotonen Erzählweise entsteht eine Spannung, die man am Anfang des Buches überhaupt nicht vermutet.
    Es wechseln sich schockierende Schilderungen mit humorvollen Anekdoten und einer, an manchen Stellen etwas schwülstigen, Liebesgeschichte und einfachen jedoch nicht alltäglichen Lebenssituationen ab.
    Es ist ein Auf und Ab – ein absoluter Spannungsbogen, der sich bis zur letzten Seite des Buches hält.

  11. 4 von 5

    Ein ziemlich erschütternder, aber leider wahrer Roman.
    Als selbst zwangsadoptiertes, aufgewachsenes Kind in der ehemaligen DDR, geflohen mit knapp 18 Jahren und seit der Kindheit wurzel- und bindungslos, einen Platz und Identität suchend, konnte ich Alles, was Frau Siebenherz in dieser schonungslosen Wahrheit beschreibt, nur zu gut nachvollziehen.

  12. 5 von 5

    Pflichtlektüre
    Eva Siebenherz‘ „Tränen aus Eis“ ist der erschütternde Bericht einer extrem starken Frau, die in der ehemaligen DDR in einem schwierigen Elternhaus und von der Mutter abgelehnt aufwächst und schließlich diesem entflieht. Sie schwimmt schon früh, mal bewusst und mal unbewusst, gegen den sozialistischen Einheitsstrom und bekommt sehr bald zu spüren, was es heißt, sich nicht systemkonform zu Verhalten, etwas anders zu sein und sich nicht anzupassen. Bald folgen der Entzug ihrer beiden Kinder und Gefängnisaufenthalte im Arbeiter- und Bauernstaat. Auch nach der Entlassung aus dem Gefängnis ständigen Repressalien ausgesetzt folgt ein ewiges Auf- und Ab der Gefühle in verschiedenen Ehen, wobei Eva immer wieder den gleichen gewalttägigen und alkoholsüchtigen Männertyp regelrecht anzieht und diesem verfällt. Auf der Suche nach ihren in der DDR zur Zwangsadoption frei gegebenen Kindern erleidet sie oft herbe Rückschläge, gibt aber trotzdem nie auf und ist letztendlich erfolgreich.
    Im Bruder Ihres Ehemannes, einem Mann, der sie anfangs zutiefst ablehnte, findet sie unverhofft die Liebe ihres Lebens. Die beiden wandern mit den Kindern und der Katze Paula nach Österreich aus und beginnen dort ein neues Leben, das anfangs auch nicht reibungs- und problemlos verlief.
    „Tränen aus Eis“ ist eines jener wenigen Bücher, die man kaum aus der Hand legen kann, hat man erstmal zu lesen begonnen. Wer die DDR nur aus Schulbüchern kennt oder sich gar nach dieser Zeit zurücksehnt wird hier schnell eines Besseren belehrt und aufgeklärt. Eva’s Schreibstil ist fesselnd, unkonventionell und unverblümt. Ereignisse, wie Eva sie erlebt hat, dürfen nicht schöngeschrieben sondern müssen mit einer Sprache vermittelt werden, die einem an der Härte und Brutalität des Geschehenen teilhaben lässt. Die Fülle an Personen und die schnelle Abfolge ließen in mir den Wunsch eines Personenverzeichnisses zu Beginn oder am Ende des Buches aufkommen.
    Ich hatte das große Glück, Eva und ihren Mann persönlich treffen zu können und kann nur vor beiden den Hut ziehen. Vor Eva, weil sie zwar oft gefallen, aber trotz allem nie liegen geblieben ist und den großen Mut hatte, ihre Lebensgeschichte zu teilen. Trotz der Gefahr, dass sie dadurch einige Personen ganz verlieren könnte. Und vor ihrem Mann Max. Dafür, dass er Eva immer beistand und sein Leben mit ihr teilt. Manchmal geht die Liebe seltsame und nicht nachvollziehbare Wege. Was jedoch zählt, ist das Endprodukt.

  13. 5 von 5

    Frauenschicksal
    Tränen aus Eis“ ist das Leben einer Frau, die nichts erfunden, sondern alles das durchlebt hat, worüber sie schreibt. In fragmentarischen, oft abrupten Wechseln, offenbart sich in dieser autobiographischen Erzählung ein Leben, das geprägt ist von Hoffnungen und Enttäuschungen, von Bevormundungen und Bestrafungen – aber auch dem unbedingten Willen zum Überleben.
    Sie schildert uns die dokumentarische Erzählung eine Milieustudie der DDR, die , die Protagonistin des Buches, in einer ambivalenten Kindheit erlebt. Die idyllischen Momente im Haus der Großmutter bleiben nicht lange erhalten, hart ist der Alltag mit einer liebesunfähigen Mutter und ohne Vater. Kaum der Kindheit entwachsen, schliddert sie von einer ungeliebten Beziehung in die andere – unglückliche Partner- und Mutterschaften sind vorprogrammiert. Nach einer Reihe schwerer Schicksalsschläge und fingierter Anschuldigungen wird sie von den Behörden des Sorgerechts für ihre Kinder enthoben und verbüßt eine längere Haftstrafe. Die Haft, die Adoption ihrer Kinder und die Ausgrenzung im DDR-Alltag nach der Freilassung finden nach endlosen Qualen mit einer Ausreise in den Westen scheinbar ein Ende.

    Nun versucht sie normale“ Männer- und Familienbeziehungen zu leben, stellt aber schnell fest, dass sie – traumatisiert und neurotisch – immer wieder dieselben Muster durchlebt. Ihre Männer sind gewalttätig und Alkoholiker, die Spirale dreht sich immer weiter ins Unglück. Zur Prostitution gezwungen endet es in einem Selbstmordversuch. Am absoluten Tiefpunkt angekommen, erwartet ihr Leben dann aber eine Wendung. Der Bruder ihres Ehemanns wird zuerst zum Freund, zum Geliebten, dann zum Lebenspartner. Die Dinge scheinen besser zu gehen. Statt weiter ein kleinbürgerliches Leben zu führen, brechen sie mit Evas beiden jüngsten Kindern in einem Wohnwagen auf, um eine neue Heimat zu finden.

    Das ist Evas Aufarbeitung der Schatten ihrer DDR-Vergangenheit. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrem tot geglaubten Vater und findet ihn und auch ihren vergessenen Halbbruder wieder. Schwierig gestalten sich jedoch die Versuche, den Frieden mit der Mutter zu machen und die beiden ältesten Kinder zu finden, die ihr einst in der DDR weggenommen worden waren. Die Recherche der eigenen persönlichen Katastrophe in der Vergangenheit bildet für die ganze Erzählung einen ungewissen Ausgang und verleiht ihm dadurch eine durchgehende Spannung.

    Die DDR wird in diesem Buch nicht mystifiziert dargestellt, wir finden hier den wahrhaftigen Blick der Eva, die ihre ganz persönliche Sichtweise und ihren Zorn in die Geschichte mit einbringt.
    Eine authentischere Perspektive kann es nicht geben . Es ist ihr Leben.
    Spannung und Tragig in einem Buch.

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